Mehr Jugendliche mit Vollrausch in Klinik



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„Komasaufen“ unter Jugendlichen wird immer mehr zum Problem

Immer mehr Kinder und Jugendliche werden aufgrund von Alkoholmissbrauch ins Krankenhaus eingeliefert – diese alarmierende Entwicklung teilt aktuell das Statistische Bundesamt mit. Demnach wurden im Jahr 2011 „26 349 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren aufgrund akuten Alkoholmissbrauchs stationär in einem Krankenhaus behandelt“, so die Pressemitteilung, was einen Anstieg von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet (Vergleiche zum Vorjahr: 2010: 25 995 Fälle).

Jungs gefährdeter als Mädchen Laut den Wiesbadener Statistik-Experten ist dies "bereits das fünfte Jahr in Folge, in dem mehr als 20.000 Heranwachsende aufgrund von Alkoholvergiftungen stationär behandelt werden mussten". Noch vor zehn Jahren waren es „nur“ 12.794 Fälle. Betroffen sind in erster Linie Jungen: „Rund 62 % der Behandelten waren männlich, obwohl der entsprechende Bevölkerungsanteil nur 51 Prozent beträgt“, so die Angaben des Bundesamtes.

Regelmäßiges Trinken für viele junge Menschen normal Dass Alkohol für viele Jugendliche bzw. junge Erwachsene bereits fest zum Alltag gehört, bestätigt auch der aktuelle Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung, welcher im Mai letzten Jahres vorgestellt wurde. Hier gaben "14,2 Prozent der 12- bis 17jährigen an, regelmäßig – also mindestens einmal die Woche – Alkohol zu trinken". Bei den jungen Erwachsenen (18-25 Jahre) waren es dann schon fast 40 Prozent.

Auch das so genannte „Komasaufen“ oder „Rauschtrinken“ ist unter jungen Menschen nach wie vor relativ weit verbreitet: So gaben 15,2 Prozent der 12 bis 17jährigen an, „in den letzten 30 Tagen mindestens einmal fünf Gläser Alkohol oder mehr hintereinander getrunken zu haben“, so der Drogen- und Suchtbericht 2012. Auch hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: So war jeder fünfte Junge (19,6 Prozent), aber nur jedes zehnte Mädchen (10,5 Prozent) betroffen.

In der Gruppe der 18 bis 25jährigen waren es 2011 knapp 42%, die Erfahrungen mit dem „Rauschtrinken“ gemacht hatten, auch hier lagen die jungen Männer vorne (54,5% gegenüber 28,7% bei den jungen Frauen).

Drogenbeauftragte der Bundesregierung fordert stärkere Aufklärung Angesichts der aktuellen Veröffentlichung des Statistischen Bundesamts bestehe nach Mechthild Dyckmans, der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, dringender Handlungsbedarf: „Diese Zahlen zeigen, dass wir nicht nachlassen dürfen, Kinder und Jugendliche über die Gefahren des Rauschtrinkens aufzuklären.“ Besonders besorgniserregend sei Dyckmans nach „der Wiederanstieg bei den 10- bis 15-Jährigen“, denn „früher Alkoholkonsum kann bei Kindern und Jugendlichen zu langfristigen Gesundheitsschäden führen und erhöht die Gefahr, später abhängig zu werden“, so die Drogenbeauftragte weiter.

Aus diesem Grund dürften Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren weder Alkohol erwerben noch trinken – und nur wenn diese Grenze konsequent eingehalten werden würde, könne die derzeitige Entwicklung aufgehalten werden, erklärt die Expertin und appelliert daher an die Eltern: „Eltern müssen klare Regeln setzen und sollten auch durch ihr eigenes maßvolles Konsumverhalten ein Vorbild für ihre Kinder sein."

Alkoholmissbrauch nicht nur Problem unter Jugendlichen Die aktuellen Zahlen entstammen der Krankenhausdiagnosestatistik für das Jahr 2011, welche deutlich macht, dass Alkoholmissbrauch jedoch nicht nur unter Jugendlichen ein großes Problem darstellt: Denn bei den rund 18,8 Millionen Patientinnen und Patienten, die stationär in einem Krankenhaus behandelt wurden, war zwar die Herzinsuffizienz der häufigste Grund für einen Aufenthalt (380 100 Fälle) – doch an zweiter Stelle (338 400 Fälle) kamen bereits psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, worunter nach Angaben des Statistischen Bundesamts auch der akute Alkoholmissbrauch fällt. (sb)

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Bild: Petra Bork / pixelio.de

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Bemerkungen:

  1. Gazshura

    Ich denke, Sie werden zur richtigen Entscheidung kommen.

  2. Darrel

    Dieses Thema ist einfach unvergleichlich :), es ist sehr interessant für mich)))

  3. Berne

    Du hast nicht recht. Ich bin sicher. Wir werden diskutieren. Schreiben Sie in PM.



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